Ernährung

Körper in Form: Diäten

Atkins-Diät

Die Empfehlungen der Atkins-Diät, benannt nach ihrem Erfinder Dr. Robert Atkins, stützen sich auf die Annahme, dass unser Körper Kohlenhydrate benötigt, um Fett zu verbrennen. Sind keine Kohlenhydrate vorhanden, setzt das Fett in der Nahrung nicht an.


Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln und Nudeln gelten als "Dickmacher" und dürfen deshalb nicht auf dem Speiseplan stehen. Speck, Wurst, Käse und Fisch, Sahne und Eier dagegen gibt es in unbegrenzter Menge. Dazu sollen Abspeckwillige viel trinken.

Vorteil

Endlich einmal so richtig schlemmen und trotzdem schlank werden: Bei der Atkins-Diät darf man essen, ohne Kalorien zu zählen. Dies gilt auch für die fettreichen Lebensmittel, die üblicherweise als Figurfeinde gelten. Fett sättigt schnell, wenn auch nicht langfristig. Eiweiß dagegen bremst den Hunger längerfristig. Frühere Studien wiesen nach, dass Übergewichtige mit der Atkins-Methode in den ersten Wochen und Monaten schneller Gewicht verloren als mit einer fettreduzierten Mischkost. Nach zwölf Monaten hatten beide Gruppen jedoch gleich viel abgenommen. Eine Studie der kalifornischen Stanford University School of Medicine, die 2007 veröffentlicht wurde, bescheinigte der Atkins-Diät ebenfalls (zunächst) gute Abnehm-Effekte: In einem Vergleich mit anderen Diäten verloren die Probanden, die nach Atkins abspeckten, am meisten Gewicht. Wider Erwarten verbesserten sich auch ihr Cholesterinspiegel und ihr Blutdruck. Wermutstropfen der Eiweiß-Diät: Obwohl die Atkins-Gruppe zunächst besonders viel Gewicht verlor, nahm sie in der zweiten Hälfte der Studie wieder stärker zu als die anderen drei Gruppen. So hatten sie im ersten halben Jahr im Schnitt 5,9 Kilo verloren, am Ende des Jahres lag der Gewichtsverlust aber nur bei 4,5 Kilo.

Nachteil

Die Vorteile dieser Schlankheitskur sind teuer erkauft: Fettreiche Lebensmittel enthalten große Mengen an negativen Begleitstoffen. So begünstigt beispielsweise Cholesterin gemeinsam mit tierischen Fetten Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Eiweißbausteine aus dem Fleisch (Purine) und Alkohol können Gicht fördern. Im Ernährungsplan der Atkins-Diät finden sich nur wenig Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Noch gibt es keine Langzeit-Studien zur Atkins-Diät, die zeigen, welche Auswirkungen diese Ernährung auf Dauer auf den Körper hat.

Das liegt wohl auch daran, dass man so eine Ernährung meist nicht lange durchhält. Nach einer Weile mag man die fetten Wurst-, Fleisch- und Käsesorten nicht mehr leiden und bekommt schon beim Anblick von Speck und Mayonnaise unangenehme Gefühle. Die "Schlemmer-Diät" wandelt sich bald in eine "Jammer-Diät". Übrigens: Laut Medienberichten starb Diätpapst Atkins 2003 im Alter von 72 Jahren - übergewichtig (Body-Mass-Index über 30) und mit Herzproblemen.

Focus.de